Auf zur Kirchweih und anderen schönen Festen – beliebte bayrische Traditionen

Jedes Jahr im Frühjahr beginnen in Deutschland beliebte Feste wie Kirchweih, Tanz in den Mai, Pfingsten und andere traditionelle Jahrmärkte mit Volksfestcharakter. Unsere beiden neuen M.I. Hummel-Kinder freuen sich schon darauf. Das kleine Mädchen hat sich bereits eine Brezel als Verpflegung eingepackt und freut sich schon riesig auf das bevorstehende Kirchweihfest. Der stolze Junge mit dem Titel „Goaßlschnalzer“ hat eine Peitsche unterm Arm. Goaßlschnalzen ist ein beliebter bayerisch-österreichischer Brauch. Der Name erklärt sich aus der Bezeichnung für die Fuhrmannspeitsche, im bairischen Dialekt Goaßl („Geißel“). Schnalzen bezeichnet das laute und schnelle Krachen oder Knallen mit der Peitsche.In früheren Jahrhunderten wurde von vielen Fuhrleuten bei der Einfahrt in Ortschaften oder bei anderen Gelegenheiten mit der Peitsche geknallt. Zur Unterscheidung von anderen Fuhrwerken setzten die Fuhrleute immer spezifischere Knallfolgen ein. Es entstanden bestimmte Schlagarten wie der Vorhandschlag, der Rückhandschlag und der Doppelschlag, später auch die Triangel. Im Laufe der Zeit entstanden so Erkennungsmelodien. Einzelne Fuhrleute entwickelten beachtliche Geschicklichkeit und übten das Goaßlschnalzen auch in ihrer Freizeit. Im angrenzenden österreichischen Ort Flachau sowie in Nord- und Südtirol ist diese “Sport-Art” ebenfalls anzutreffen – jedoch Ursächlich als heidnischer Brauch. Denn der Zweck war es früher, durch den Lärm der “Goaßln” den Winter mit seiner Kälte zu vertreiben.

Heute werden Wettbewerbe im Goaßlschnalzen sowohl im Einzel und auch in der Gruppe veranstaltet. 1989 wurde das traditionelle und berühmte „Miesbacher Goaßlschnalzen“ zur „Bayerischen Meisterschaft im Goaßlschnalzen“ erhoben. Für das Goaßlschnalzen selbst gelten „die Miesbacher Richtlinien“. Im Rupertiwinkel und angrenzenden Salzburger Flachau findet das sogenannte Aperschnalzen statt. Beim Wolfauslassen im Bayerischen Wald wird ebenfalls mit einer Peitsche geknallt, die jedoch deutlich größer ist. Im Karwendelgebiet & Isartal in Bad Tölz bildet es den Abschluss der berühmten Leonhardifahrt.

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